Schmitz, Katja

Biochemie

Mehr zur Person

Die Herausforderung:

Wenn die Wanderung von weißen Blutkörperchen gezielt beeinflusst werden könnte, ließen sich gewisse Autoimmunkrankheiten verhindern. Um aber mit den Zellen zu kommunizieren, muss die Kommunikation zwischen den Zellen verstanden werden, müssen Forscher interdisziplinär miteinander kommunizieren können und ihre Ergebnisse auch einer breiteren Öffentlichkeit mitteilen. So viele Kommunikationsprobleme, die alle auf einmal gelöst werden müssten.

Aus der Diskussion:

Leukozyten (weiße Blutkörperchen) schütten molekulare Signale aus, die von den Zellen mithilfe von Rezeptoren gleichsam „gerochen“ werden können. Nachdem Körperzellen Chemokine ausschütten und damit ihre „molekularen Hilferufe“ senden, kommt mit den Leukozyten eine Art „Feuerwehr“. Durch die Ausschüttung zu vieler dieser molekularen Signale und der Einwanderung zu vieler Leukozyten können im Gewebe allerdings auch „Wasserschäden“ entstehen: So kann es zu chronischen Entzündungen und Überreaktionen des Immunsystems kommen. Die Forschung auf diesem Feld stellt interdisziplinäre Herausforderungen im Verbund von Biologie, Chemie, Materialwissenschaften, Bioinformatik und Maschinenbau. Um sich ein Bild zu machen von dem Problem, um untereinander und mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren, können Metaphern eine produktive Rolle spielen. Dabei sind Metaphern aber auch problematisch – wer weiß schon genau, wie weit sie reichen, wann und wie sie in die Irre führen. Metaphern funktionieren vielleicht nur, weil es Selbstähnlichkeiten der Natur gibt, auf die uns die Metaphern allererst hinweisen. Andererseits kann schnell passieren, dass biochemische Komplexität so erscheint als sei sie ganz vertraut und leicht kontrollierbar.

Perspektiven:

Das Darmstädter Projekt einer Schreibschule für Biochemie lenkt die Aufmerksamkeit auf Probleme der Kommunikation. Und warum nicht noch einen Schritt weitergehen und in den Studiengängen eine Auseinandersetzung mit literarischen Texten suchen?