Fujara, Franz

Physik

Mehr zur Person

Die Herausforderung:

Die einführenden Thesen fordern die Diskussion heraus – um Bildungsbegriffe geht es und das, was die Universität kann und soll: Bologna hat zu einer desaströsen Hochschulentwicklung geführt, über die Humboldt befremdet gewesen wäre. Notwendige Freiräume, unabdingbar für die Persönlichkeitsbildung der Studierenden, gehen verloren. Der Bologna Prozess ist Teil einer Entwicklung, die letztlich die Fähigkeit der Universität verringert, schwierige und drängende Probleme ernsthaft zu bearbeiten.

Aus der Diskussion:

Wer alle Hochschulen in Europa und den USA über einen Kamm scheren will, schafft Bildung à la Bognese. Kann es denn berufsqualifizierende BA Abschlüsse in Deutschland überhaupt geben? Einerseits: Ein BA ist nichts Halbes und nichts Ganzes – unser duales Ausbildungssystem sorgt dafür, dass biologische oder chemische Lehrberufe besser qualifizieren als ein universitärer BA. Andererseits: Der BA könnte doch auch Plattform oder Drehscheibe sein für die Fortsetzung des Studiums anderswo oder in einem anderen Aufbaustudiengang. Und wiederum: Wer einen BA hat, hat schon einmal einen Abschluss und ist wenigstens kein Studienabbrecher, nur weil nicht bis zum MA studiert wird. Aber dies scheint sicher zu sein: Der Bologna Prozess fügt sich in die Ökonomisierungstendenzen der Universitäten – Drittmittelbudgets und Zertifizierungswahn, Innovation und Exzellenz, Ausbildung für die knowledge economy. Ist dies eine unausweichliche Entwicklung? Die „alte“ Universität war für den ausgesuchten Kreis derjenigen, die sich mit den Bildungsangeboten selbst qualifizieren und profilieren konnten. Der Zugang zur Universität hat sich seither geöffnet und das Selbststudium ist nicht mehr Normalfall.

Perspektiven:

Beides ist möglich – Reform der Reform und die Erkundung verbleibender Spielräume. Es lohnt sich, auch hier einmal best practices zusammenstellen: Wie bahnen sich Studierende eigenwillige Bildungswege an der TU Darmstadt? Und was leisten Hochschullehrer – z.B. ein Franz Fujara – um Selbststudium und Querdenken zu befördern?