DEAL – zur Krise des wissenschaftlichen Publizierens

FiF-Workshop am 11. März 2026

Der Name DEAL steht für das durch die Verträge der Allianz der Wissenschaftsorganisationen mit den drei Großverlagen Springer Nature, Elsevier und Wiley vor einigen Jahren geschaffene Publikationsverfahren, dessen erklärtes Ziel es ist, die steigenden Kosten insbesondere für die in der Forschung unverzichtbaren Zeitschriften (eigentlich aber: die Lizenzpakete) der genannten Verlage in den Griff zu bekommen. Ebenso soll DEAL helfen, Open Access (OA) als „Goldstandard“ wissenschaftlichen Publizierens zu etablieren.

DEAL auf dem Prüfstand

Das DEAL-System wird manchenteils als Fortschritt und dem digitalen Transformationsprozess konformes Publikationssystem verteidigt. Für die Autorinnen und Autoren ist es bequem handhabbar, die beachtlichen Kosten („APC“) trugen über Jahre die wissenschaftlichen Einrichtungen, in Universitäten zumeist die Bibliotheken. Viele im Wissenschaftssystem Tätige – sei es als Wissenschaftler oder als Bibliothekare – sehen die Entwicklungen inzwischen indes kritisch und durchaus mit großer Sorge. Denn DEAL ist nicht mehr bezahlbar. Und es setzt Fehlanreize in Richtung eines „immer Mehr“ an Publikationen.

Dazu ist es nicht gelungen, das digitale sogenannte „Tracking“ von Autorinnen und Autoren wie auch von Leserinnen und Lesern abzustellen, die Vertragsverhandlungen prägt eine Machtasymmetrie. Begünstigt DEAL nicht sogar die Geschäftsmodelle der Großverlage – und treibt so, umgekehrt, das Sterben kleinerer, gleichwohl wichtiger Wissenschaftsverlage voran? Was können Universitäten ganz konkret tun? Gibt es überhaupt Auswege aus der offensichtlichen Krise des wissenschaftlichen Publikationssystems?

Workshop zu Alternativen und Handlungsspielräumen für Universitäten

Solchen sich mit DEAL verbindenden, drängenden Fragen ist der Workshop gewidmet, den das FiF auf Initiative von VP Peter Pelz und in Kooperation mit ZEVEDI am 11. März 2026 durchführen wird.

Erwartet werden Impulse von

  • Dr. Angela Holzer, Programmdirektorin, Gruppe Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme, DFG,
  • Dr. Bernhard Mittermaier, Leiter der Zentralbibliothek, Forschungszentrum Jülich, und
  • Dr. Arne Scholtissek, Fachbereich Maschinenbau, TU Darmstadt.

Wann: 11. März 2026, 15 – 18 Uhr
Wo: Lichtenberg-Haus, Dieburger Straße 241

Dies ist eine Veranstaltung des FiF in Kooperation mit ZEVEDI (wird in neuem Tab geöffnet).

Anmeldung unter eveeno

15:00 – 16:55 Uhr | Begrüßung, Diskussionen mit Impulsvorträgen von

  • Dr. Angela Holzer, Programmdirektorin bei der DFG
  • Dr. Bernhard Mittermaier, Forschungszentrum Jülich, Bibliotheksleitung
  • Dr. Arne Scholtissek, Maschinenbau, TU Darmstadt

17:00 – 17:30 Uhr | Kurzvoten von

  • Dr. Jens-Peter Gaul, Generalsekretär der HRK, Berlin
  • Dr. Caroline Leiß, TUM, Bibliotheksleitung
  • Simon Schimpf, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Stuttgart

17:30 – 17:55 Uhr | Plenardiskussion und Schlusswort

18:00 Uhr | Ende der Veranstaltung

Über DEAL

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland verlassen sich auf die Dienste von Zeitschriften, um Hypothesen zu diskutieren, ihre Methoden zu validieren und ihre Ergebnisse in mehr als 100.000 begutachteten Zeitschriften-Beiträgen pro Jahr zu verbreiten. Publizieren ist ein integraler Bestandteil des Forschungsprozesses und trägt zum Fortschritt der Wissenschaft bei, indem neue Erkenntnisse immer wieder auf bereits etablierten Ergebnissen aufbauen.

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen hat das Projekt DEAL initiiert, um mit Zeitschriftenverlagen neue Vertragsmodelle zu verhandeln, die eine offene Verbreitung von Forschungsergebnissen aus Deutschland ermöglichen sollen.

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