Hampe, Manfred J.

Maschinenbau

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Die Herausforderung:

wurde schon 1947 in Darmstadt formuliert und besteht weiterhin: Ingenieure tragen Verantwortung für das Wohlergehen zahlloser Menschen, aber wie kann ein Bewusstsein für diese Verantwortung in Ingenieurstudiengängen entwickelt und gestärkt werden?

Aus der Diskussion:

1947 findet in Darmstadt ein Internationaler Kongress für Ingenieur-Ausbildung (IKIA) statt (https://www.tu-darmstadt.de/universitaet/selbstverstaendnis/profil_geschichte/verantwortung/thema_verantwortung_k01.de.jsp). Kurz nach dem Krieg wird die Frage nach der Verantwortung des Ingenieurs in der Gesellschaft gestellt und wie der angehende Ingenieur in seiner Ausbildung darauf vorbereitet wird. 1978 folgte IKIA 2, aber die Fragen von 1947 sind immer noch nicht beantwortet, und die starren Rahmenprüfungsordnungen lassen kaum Raum für Nichtfachliches. So groß ihr Einfluss auf menschliche Lebensumstände auch sein mag, sind die meisten Ingenieure nicht mit Namen und Gesicht in der Gesellschaft präsent. Der Schritt in die öffentlich wahrgenommene Verantwortung und zu einem öffentlich vertretenen eigenen Standpunkt ist ein Schritt aus der Anonymität heraus. Einerseits vertrauen Ingenieure darauf, dass Technik für die Gesellschaft unverzichtbar ist. Und doch ist umgekehrt nicht selbstverständlich, dass die Gesellschaft der Technikentwicklung vertraut. Als vertrauenswürdig erweisen sich Ingenieure, die ihren Standpunkt kenntlich machen und andere Standpunkte anerkennen. Dazu gehört auch, die Frage nach dem Einfluss des einzelnen Ingenieurs auf die Technikentwicklung zu reflektieren.

Perspektiven:

Mit dem Bologna-Prozess haben sich die Hochschulen deutlich mehr Gestaltungsfreiheit für ihre Studiengänge erstritten. Aber haben sie sie auch genutzt, um zeitgemäße Studiengänge zu entwickeln? Was müssen Ingenieure können, um nicht nur neue Produkte zu entwerfen, sondern ihre Entwürfe auch in der Gesellschaft durchzusetzen? Die Studierenden sind ins Zentrum des Handelns gerückt: Sie müssen lernen, wie sie als künftige Ingenieure neue Produkte und große Projekte in einer technikskeptischen Gesellschaft zuverlässig realisieren – ein Anlass für eine dritte IKIA-Tagung vom 18. bis 20. Juli 2016: Eine Bestandsaufnahme und ein Ausblick auf eine zeitgemäße Ausbildung von Ingenieuren, die ihre Verantwortung in der Gesellschaft wahrnehmen. Auf dem Weg dahin sollte die begonnene Diskussion an der TU fortgesetzt werden.