Gurevych, Iryna

Informatik

Mehr zur Person

Die Herausforderung:

Um die Informationsflut im Web sinnvoll zu bewältigen, müssen Suchmaschinen eine automatisierte Wissenserschließung ermöglichen – aber wie soll das gehen ohne gleichzeitige Verschlechterung kognitiver Eigenleistungen der Nutzer? Wie lässt sich automatisierte Wissenserschließung mit Anforderungen an die Lernprozesse vereinbaren?

Aus der Diskussion:

Wer heute an Suchmaschinen denkt, der denkt vornehmlich an Google. Neben der Unterstützung bei der Bewältigung der Informationsflut existieren nicht wenige Missbrauchsmöglichkeiten dieser Technologien. Auch sehr viel weiter entwickelte Suchmaschinen können sich als ambivalent erweisen, wenn sie beispielsweise Begriffsverwandtschaften zu erkennen vermögen und Texte auf ihre zentralen Aussagen hin zusammenfassen. Sie können zu einer Schwächung des Lernverhaltens führen, was sich beispielsweise durch Studium der Blickbewegungen untersuchen lässt oder was sich durch nachgeschaltete Wissenstests als oberflächliche kognitive Verarbeitung erweist. Hier treten positive Bewertungen in der Nutzerzufriedenheit zu einer negativen Bewertung nach objektiven Messungen des Lernerfolgs.

Perspektiven:

Ein differenziertes Problembewusstsein bedarf der Zusammenarbeit von Lernforschung und Neurobiologie, Informationswissenschaft, Bildungsforschung sowie Medienpädagogik und Psychologie. Die Universität und die jüngst begonnene institutionelle Kooperation zwischen der TU Darmstadt und dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt bieten ein hervorragendes Experimentierfeld, um den Zusammenhang von Suchverfahren, Konzentrationsleistung und Lernerfolg unter dem Stichwort „Virtualisierung von Bildungsprozessen“ zu untersuchen.