Bischof, Christian

Hochschulrechenzentrum und Informatik

Mehr zur Person

Die Herausforderung:

Um den Hunger nach immer mehr Daten zu stillen, reicht es nicht aus, Speicher- und Prozessierungskapazitäten zu erhöhen.

Aus der Diskussion:

One man's trash is another man's treasure? Vielleicht siegt sich die Informatik zu Tode, indem sie immer größere Datenmengen speichern und verarbeiten kann – in ihrem anscheinend unaufhaltsamen Fortschritt aber die Programme von gestern vernachlässigt, die die Daten erzeugt haben und ohne die sie nicht nachvollzogen werden können. Die Forschung setzt auf die zunehmenden Kapazitäten der Hochleistungsrechner (FAZ 3.6.2012 – Die Sehnsucht der Forscher nach den Exaflopss) und verliert dabei aus den Augen, dass Komplexitätssteigerung mit zunehmenden Unsicherheiten verbunden ist. Auf dem Darmstädter Hochleistungsrechner steht prophetisch ein Satz von Lichtenberg: „Es denkt, sollte man sagen, so wie man sagt: es blitzt.“ Bedeutet dies, dass nicht mehr intellektuell nachvollzogen werden kann, wie verlässlich die Daten und ihre Verarbeitung sind? Hier sind auch technische Mittel gefragt, die Archivierung so zu gestalten, dass Validierung möglich bleibt.

Perspektiven:

Von einem „Fourth Paradigm“ ist die Rede (Tony Hey), das an den Universitäten ausführlicher diskutiert werden müsste. Insbesondere für Informatiker bedeutet dies, dass die Frage der sozialen Verantwortung verstärkt in die Lehre integriert werden muss.