Kraft-Wärme-Kopplungssystem

Soziotechnische Bewertung von Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungssystemen für den Gebäudesektor

Erwartete Dauer: 11.2020 – 6.2022

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Prof. Dr. Michèle Knodt | FB2, Vergleichende Analyse politischer Systeme und Integrationsforschung

Prof. Dr.-Ing. Peter F. Pelz | FB 16, Fluidsystemtechnik

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Projektbeschreibung:

Die Erzeugung von Wärme und Kälte ist normalerweise dezentralisiert. Die Nutzung erneuerbarer Energien wird diesen Trend zur Dezentralisierung wahrscheinlich noch erweitern, wobei neue Interessengruppen wie Eigentümer, Bewohner oder Planer verstärkt in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Aus technisch-ökonomischer Sicht sind technische Anwendungen auf Basis von Wasserstoff in Form von Wasserstoff-Kraft-Wärme-Kopplung (H2-KWK, H2-CCHP) besonders aussichtsreich. Die dafür notwendigen Technologien sind gut entwickelt und können nach formalen Kriterien ausgewertet werden. Allerdings spielen gerade bei dezentralen Anwendungen neben technisch-ökonomischen Faktoren auch informelle Kriterien, wie z. B. das Wissen der Beteiligten über Technologien, eine wichtige Rolle. Das Projekt kombiniert eine technisch-wirtschaftliche Multipol-Systemanalyse (MPSA) mit einer sozialwissenschaftlichen Stakeholder-Analyse und konzentriert sich insbesondere auf die Schnittstelle zwischen MPSA und Stakeholder-Analyse. Es wird eine Systematik zur Integration informeller Kriterien, in diesem Fall kognitiver und evaluativer Einstellungen von Stakeholdern gegenüber H2-CCHP, in formale Engineering-Ansätze entwickelt. Die Integration beider Ansätze wird in einem Bewertungssystem zusammengefasst, auf dessen Basis Vorschläge für geeignete Politikmaßnahmen erarbeitet werden.