IANUS Ausschreibung

Erste Forschung der IANUS-Förderlinie in der Förderinitiative des Forum interdisziplinäre Forschung (FiF)

Dual Use in der Softwareentwicklung

„In dem Forschungsprojekt IT-Research of Concern: Bewertung von Dual-Use-Risiken in der Softwareentwicklung wird betrachtet, wie Dual-Use Potentiale in viel diskutierten Risikobereichen der Physik, Chemie und Biologie reflektiert und vorsorglich einbezogen werden, um den Missbrauch einflussreicher Technologien zu verhindern“, sagt Projektleiterin Thea Riebe.

Nach der Systematisierung der Ansätze wird in einem zweiten Schritt ihre Übertragbarkeit in die Informatik mit besonderem Schwerpunkt auf die praktische Einbindung in der Softwareentwicklung überprüft.

Die Forschung ist eine Kooperation zwischen den Fachbereichen Informatik und Philosophie, die im Januar 2019 begonnen hat und bis Ende 2020 andauert. Thea Riebe M.A., Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet „Wissenschaft und Technik für Frieden und Sicherheit“, PEASEC, forscht zu Dual-Use, sozio-technischer Sicherheitskultur und internationaler Cybersicherheit. www.peasec.de

PEASEC steht für die Informatik-Professur „Wissenschaft und Technik für Frieden und Sicherheit“, die Christian Reuter inne hat. PEASEC ist Mitglied im Profilbereich Cybersicherheit (CYSEC), dem Center for Research in Security and Privacy (CRISP), bei IANUS Science Technology Peace, sowie den Sonderforschungsbereichen CROSSING und MAKI.

Website

IANUS-Förderlinie interdisziplinärer Forschung an der TU Darmstadt

Ausschreibung von Fördermitteln

Im Rahmen der Förderinitiative Interdisziplinäre Forschung gibt es seit 2018 eine zusätzliche IANUS-Förderlinie zu Themen interdisziplinärer Friedens- und Konfliktforschung. Gefördert werden natur- und ingenieurwissenschaftliche Ansätze, denen es im IANUS-Zusammenhang insbesondere um Fragen von dual use, der Adressierung von Konfliktursachen oder einer nachhaltigen Sicherheitsforschung geht.

Was macht IANUS und die Besonderheit dieser Förderlinie aus?

  • Wissenschaftliche und technische Expertise fließt in prospektive Technikbewertung und darauffolgende Entwicklung ein: Mit was für Möglichkeiten eines dual use kann gerechnet werden, wie lassen sich diese Möglichkeiten durch technische und/oder gesellschaftliche Maßnahmen einschränken? (societal robustness by design). Beispiel
  • Forschung für nachhaltige Entwicklung (Beispiel: Wasser- und Energieversorgung) kann wesentlich zum Abbau von Konfliktursachen beitragen, aber was gehört dazu, diesen letzten Schritt zu gehen und konkrete Problemlösungen zu vermitteln? Andere Konfliktursachen (Beispiel: kritische Rohstoffe) müssen erst kenntlich gemacht werden, um Forschern und Entwicklern, aber auch der Politik Alternativen aufzuzeigen. Hier erweitert wissenschaftliche und technische Forschung die objektiv gegebenen Spielräume für verantwortliches Handeln.
  • So wie Frieden als erstrebenswerter Zustand mehr ist als die Abwesenheit von Krieg, so ist Sicherheit mehr als Schutz vor Angriffen. Es bedarf einer ausdrücklich wertorientierten Sicherheitsforschung zur Bildung einer Sicherheitskultur für kritische Infrastrukturen, Industrie 4.0, nukleare Sicherheit oder Cyberpeace – auch im Sinne von responsible research and innovation.
  • Weitere Forschungsansätze sind willkommen, die die Ambivalenz des wissenschaftlich-technischen Fortschritts thematisieren – dass Wissenschaft und Technik Konflikte produzieren oder verhärten können, aber auch die Mittel für deren Überwindung bereitzustellen vermögen.

Förderkriterien

• Wissenschaftliche Qualität
• Interdisziplinarität der Projektgruppe
• Gesellschaftliche bzw. globale Relevanz/Dringlichkeit
• Bedeutung für die Schwerpunktsetzung an der TU Darmstadt
• Interdisziplinäre Multiplikatoreffekte an der TU Darmstadt
• Vorhandene Erfahrungen der Antragsteller mit Verbundaktivitäten (z.B. Projekte, Veröffentlichungen, interdisziplinäre Lehre)
• Dem Problemgegenstand angemessene Beteiligung verschiedener Disziplinen
• Anschubwirkung, klare Perspektiven für Anschlussförderung durch Drittmittel
• Angemessene Berücksichtigung der jeweiligen Fachdiskussion, deren wissenschaftlichen Adäquatheit und des aktuellen Forschungsstandes
• Fördernotwendigkeit und Bedarfsadäquatheit
• Darlegung inhaltlicher Qualifizierungsziele
• Rückkopplung und Verbindung zur Lehre
• Sichtbarkeit innerhalb und außerhalb der Universität