Forum Fusion

FiF Forum : Friedliche Fusion?

Die Nutzung von Fusionsreaktoren und die nukleare Ordnung im 21. Jahrhundert

24.01.2013 18:00 bis 20:30 Uhr

ULB S1|20 Raum 01 (UG) Magdalenenstraße 8

Das Ziel eines stromproduzierenden Fusionsreaktors wird seit einigen Jahrzehnten in aufwändigen Forschungs- und Entwicklungskonzepten verfolgt und eine Realisierung bis zur Mitte des Jahrhunderts angestrebt. Ein mögliches Risiko der Fusionstechnologie besteht dabei darin, dass derartige Reaktoren in der Lage sind, beachtliche Mengen kernwaffenfähigen Materials zu erbrüten. Nach den Erfahrungen mit der Weiterverbreitung und Weiterentwicklung (Proliferation) von Kernwaffen im Zusammenhang mit der Spaltreaktortechnologie sollte bei der Entwicklung der Fusionsenergieerzeugung frühzeitig darauf geachtet werden, dass das Potential einer militärischen Nutzung minimiert wird.

Die Veranstaltung resümiert im ersten Teil die Ergebnisse eines bei IANUS angesiedelten interdisziplinären Forschungsprojekts von Physiker_innen und Politikwissenschaftler_innen zur Untersuchung des prinzipiellen Proliferationspotentials von zukünftigen Fusionsreaktoren, basierend auf magnetischen Einschlusskonzepten in Tokamak-Anordnung.

Dieses von der TUD geförderte, genuin interdisziplinäre Projekt war selbst Gegenstand begleitender Forschung aus der Sprach- und Literaturwissenschaft zur inter- und transdisziplinären Zusammenarbeit. Auch daher soll im zweiten Teil der Veranstaltung über die interdisziplinären Herausforderungen dieses Typs problemorientierter Forschung reflektiert werden.

Ziele und Ergebnisse des Projektes

  • Quantifizierung möglicher proliferationsrelevanter Produktionskapazitäten von nuklearwaffenrelevanten Materialien in Fusionsreaktoren (Tokamak)
  • Bewertung des Proliferationspotentials von Fusionsreaktoren, Einschätzung ihrer Attraktivität für Kernwaffenprogramme in Verbindung mit realistischen Szenarien für die Entwicklung der globalen nuklearen Ordnung
  • Analyse des Einflusses der Fusionstechnologie auf die Nichtverbreitung von Kernwaffen unter Berücksichtigung der energie-, macht- und ordnungspolitischen Veränderungsdynamiken im 21. Jahrhundert und Rückkopplung mit der politikwissenschaftlichen Theorie der nuklearen Nichtverbreitung
  • Identifizierung von Regulierungslücken und Überprüfung der Anwendbarkeit des existierenden Instrumentariums zur Nichtverbreitung von Kernwaffen auf die Fusionstechnologie sowie Möglichkeiten einer Regimeevolution
  • Ausarbeitung von Vorschlägen für proliferationsresistente Gestaltungsmöglichkeiten und für nichtdiskriminierende Instrumente der nuklearen Nichtverbreitung (Governance-Perspektive)

Programm:

Veranstaltungsbeginn 18:00 Uhr
Ende: 20:30 Uhr

Themenblock I: Was sind Fusionsreaktoren? / Was sind die Potentiale?

18:00 – 18:30 Uhr Vortrag Dipl. -Phys. Giorgio Franceschini

18:30 – 19:00 Uhr Vortrag Dr. Matthias Englert

19:00 – 19:30 Uhr Diskussion

Themenblock II: Interdisziplinäres Forschen und Arbeiten

19:30 – 19:40 Uhr Einführung Dr. Wolfgang Liebert

19:40 – 20:10 Uhr Prof. Dr. Nina Janich

20:10 – 20:30 Uhr Diskussion

Informationsflyer Friedliche Fusion